Gedanken zur Zeit

„Ideenlosigkeit der Linken“

 

Von Klaus Buschendorf

 

 

Die Formulierung stammt nicht von mir, sondern von Prof Bolz, dessen Vortrag ich beim Surfen im Internet fand: https://www.youtube.com/watch?v=3A-vO8G3V4s . Ihm ging es um die Medienlandschaft heute. Ziemlich am Ende gebraucht er diese Worte. Sie veranlassten mich, nach den Ursachen zu suchen.

 

 

Seitdem sich die SED über verschiedene Namensänderungen zur Linken entwickelt hat, vermisste ich immer eine Aufarbeitung der Ursachen für den Untergang des „ersten deutschen Arbeiter- und Bauernstaates“. Stets fand sich in der öffentlichen Darstellung nur immer der „Klassenfeind“ als böse Ursache für das Scheitern – mehr nicht. Schon das ist ein Armutszeugnis. Das wäre so, als hätte der preußische König 1806 Napoleon die Schuld für die Niederlage bei Jena und Auerstedt gegeben – wie konnte der nur die glorreiche preußische Armee besiegen. Da war der Generalstabschef seiner geschlagenen Armee, Clausewitz, schon weiter. Der forschte später nach den Ursachen der preußischen Niederlage und fand, dass sie nicht zwingend, aber erklärbar war. Soweit hat es die gewandelte SED bis heute nicht gebracht.

 

 

Ich habe nur meinen gesunden Menschenverstand, an den Prof. Bolz erinnert, und ein wenig Kenntnis der Geschichte. Ich verglich, wie lange der Kapitalismus brauchte, um in Europa beherrschend zu sein und wie lange es die kommunistische Idee gibt. Ich fand, dass kapitalistische Anfänge sich mit den italienischen Seestädten entwickelten, die Renaissance und das Aufstellen von Bänken in der Seestadt Venedig zum Wechseln der vielen gebräuchlichen Währungen den Anfang der kapitalistischen Entwicklung bedeuteten. Natürlich ist das nicht meine Weisheit, sondern die knapp zusammen gefasste Meinung vieler Leute, die sich damit befasst haben. In diesem Sinne fand ein nicht unbekannter Friedrich Engels, dass der „Große Deutsche Bauernkrieg“ auch als „Frühbürgerliche Revolution“ einzuschätzen sei. Bis zum Sieg des Kapitalismus erschütterten noch viele einschneidende Ereignisse Europa. Der „frühbürgerlichen Revolution“ folgte der Dreißigjährige Krieg, die englische und französische bürgerliche Revolution, die Revolutionen von 1848/49 – und eigentlich siegte so richtig keine von ihnen. Trotzdem, niemand wird widersprechen, wenn ich sage, dass der Kapitalismus 1900 in Europa die herrschende Gesellschaft war. Mit jeder „Niederlage“ war der Kapitalismus ein Stückchen weiter gekommen. Am Ende brauchte er runde 500 Jahre. Und kein Mensch sprach von ihm, keinem war bewusst, was da geschah. Die Umstände, man kann auch sagen, die gesellschaftlichen, natürlichen Gesetze verlangten diese Veränderungen. Die Menschen konnten mit ihrem aktiven Handeln diese nur verzögern oder beschleunigen.

 

 

In der Zeit der letzten Revolutionsserie des Kapitalismus fanden Denker, wie er entstand und wie er funktionierte. Sein Name wurde geprägt und aus seiner Funktionsweise der Schluss gezogen, dass es nicht die letzte Form der menschlichen Gesellschaft sein könne. Marx und Engels prägten dafür den Begriff des Kommunismus. Andere hätten vielleicht einen anderen Begriff gefunden, der Name ist nicht so wichtig. Schließlich hat sich der Kapitalismus erfolgreich „namenlos“ in das menschliche Bewusstsein geschlichen. Hat man aber einmal erkannt, dass in der menschlichen Gesellschaft Entwicklungsstufen erkennbar sind, sind Vergleiche möglich, wie lange sie sich entwickelten und stabil blieben – zumindest für die vergangene Zeit der menschlichen Existenz. Die zentrale Erkenntnis aber kann jeder Mensch auch ohne akademische Bildung für sich ziehen: Das ist ein Prozess, niemals ein einmaliges „siegreiches“ Ereignis, wenn sich die menschlichen gesellschaftlichen Umstände verändern. Dem „Kommunismus“ könnte man als ersten Gedanken die 1850-Jahre zuschreiben. Die erste „frühkommunistische“ Revolution sah Marx in der „Pariser Kommune“ von 1871. Folgt man diesem Schema, entspräche der Zeitraum von 1917 – 1990 dem Dreißigjährigen Krieg bei der Entwicklung des Kapitalismus. Der „Kommunismus“ hätte also noch einige Jährchen vor sich – und die bisherigen Niederlagen wären ganz normale Erscheinungen. Und die Menschen müssten daraus lernen – wie sie das auch in den 500 Jahren vorher getan haben, ganz ohne zu wissen, was sie eigentlich lernten. Wie haben sie gelernt? Durch Versuch und Irrtum – wie jeder Handwerker, jeder Physiker auch.

 

 

Naturgesetze (und gesellschaftliche Gesetze sind das auch, denn der Mensch ist Teil der Natur) kann man nicht verändern. Man kann sie nutzen, Entwicklungen verzögern oder beschleunigen – wenn man sie kennt. Negiert man sie, folgt die Strafe der Evolution: Aussterben. Warum soll es dem Menschen besser ergehen, als den Millionen Arten von Tieren und Pflanzen, die es nicht geschafft haben?

 

 

Wir stehen heute als Menschheit vor der Aufgabe, unsere Erde so zu erhalten, damit wir weiter darauf leben können. Der Erde ist das völlig egal – uns sollte es das nicht sein. Doch überall, wo wir unser Verhalten ändern müssten, stehen uns kurzfristige Geldinteressen im Wege. Ihre Ursache haben diese in der Struktur unserer Gesellschaft – also: im Kapitalismus. Also müssen wir unsere gesellschaftliche Struktur ändern. Aber das geht nicht auf einmal. Nach den Schritten muss gesucht werden, so lehrt uns die Geschichte.

 

 

Da bin ich wieder bei der „Ideenlosigkeit der Linken“ – hätten die nicht das beste Rüstzeug? Aber nicht nur sie brauchen Ideen. Wo anfangen?

 

 

Einen Fingerzeig findet man bei Marx: Die Grundlage des Kapitalismus sind die Eigentumsverhältnisse. Ich finde, die Geschichte lehrt: Man muss sie langsam schrittweise ändern. Das hat der Kapitalismus auch getan: Vom vorherrschend feudalen zum vorherrschend bürgerlichen Eigentum an Produktionsmitteln. Und heute? Vom vorherrschend bürgerlichen zum vorherrschend kommunalen? Der „Kommunismus“ heißt danach.

 

 

10.09.2019     

 

  

 

Ich habe mich mal wieder an meine zwei Jahre erinnert, in denen ich Philosophie studieren konnte. Aber ich brachte einfache Worte zu Papier. Vielleicht gefallen sie Ihnen.

19-04-14 Vom Sinn des Lebens.pdf
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"Unsere Schule ist schlecht", höre ich allerorten. Warum wohl? Ich fand eine Auskunft:

 

https://www.youtube.com/watch?v=4roErUzRPiA   19-02-09 Schule Prof. Hüther

 

Was folgt aus diesem Vortrag? Was müssen wir ändern? Ich glaube, sowohl die Gesellschaft wie die Schule, denn sie ist nichts weiter als ihr Spiegelbild. Alles auf einmal geht wohl nicht. Die Frage drängt sich auf: Wo beginnen?

 

Migration und Humanität
19-01-18 Was bedeutet Humanität im Zusam
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Was wäre nötig?
18-01-31 An die Mitglieder der Linkspart
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Ein Brief erreichte mich von einem Menschen in großer Sorge um unsere Kultur und unser Land. Ich konnte nicht anders, musste antworten.

Flüchtlinge, wir und Weltgeschehen
17-01-17 Flüchtlinge und Weltgeschehen.p
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Wie soll es in unserer gesellschaftlichen Entwicklung weiter gehen? Was wünsche ich mir für meine Kinder? In welchem Umfeld sollen sie leben?

 

Am besten hat eine Frau meine Wünsche zusammengefasst. Besser könnte ich es nicht sagen:

 

http://www.sahra-wagenknecht.de/de/article/2405.sahra-wagenknecht-im-gespr%C3%A4ch-mit-albrecht-m%C3%BCller.html   16-08-07 Gesellschaftsperspektiven

 

Geht das so? Ist Deutschland so souverän, dass es solche Aufgaben lösen könnte? Es ist Teil der NATO und immer noch ein getarntes Besatzungsgebiet der USA - kein Friedensvertrag! Also schauen wir erst einmal, was die USA vorhaben:

 

https://www.youtube.com/watch?v=7dAw6UIlWKY   16-08-01 George Friedmann zu USA

Sind die USA wirklich "der Weltpolizist"? Gibt es nicht auch Andere, die sich der Macht in der Welt bemächtigen wollen? Ich rede nicht von Russland, China oder den BRIGS.

 

http://quer-denken.tv/der-brexit-will-england-eine-neue-weltordnung/ 16-07-25

Zurück in unser Land. Was ist zunächst unser großes, aktuelles Problem?

 Nachfolgende zwei Texte sandte ich an Freunde, Bekannte und Medien. Alle stimmten mir vollständig zu, zwei aber warnten mich auch: Bei einigen Menschen könnte ich mich unbeliebt machen. Eine Internetzeitung veröffentlichte den ersten Text. Der Rest blieb Schweigen. In keiner Zeitung, keiner Fernsehsendung fand ich eine ähnliche Problematik auch nur erwähnt. Worüber hatte ich geschrieben? Über Flüchtlinge, Gast- und Gastgeberverhalten, Gastfreundschaft generell, ein wenig deutsche Geschichte und Prinzipien in unserem Land. So, wie ich das bisher von uns gewöhnt war. Doch in unseren Medien finde ich nur konträres Gegenüber - Zuhören und Beschäftigung mit Argumenten und Gedanken – Fehlanzeige. So treibt man Menschen aufeinander los, finde ich. Soll denn auch bei uns geschehen, was schon geschah: in Libyen, Ägypten, Syrien, in „bunten Revolutionen“? Sollen wir das nächste Land sein, wo Menschenmassen aufeinander schlagen? Die Plötzlichkeit, mit der Flüchtlingsmassen in unser Land einfallen, das kann kein Zufall sein, auch nicht angeregt durch menschliche Gesten unserer Kanzlerin. Ist das schon eine „Verschwörungstheorie“? Dann gehörte jegliches logisches Denken über ein zunächst unbekanntes Problem, die Frage nach „Wem nützt es?“ zu verschwörerischem Denken. Ich hoffe, ich mache mich nicht „unbeliebt“.

 

Ich habe Angst um den Frieden in unserem Land. Doch lesen Sie bitte nun meine beiden Texte. Und sagen Sie mir: Wäre es nicht klüger von uns allen, über diese Dinge nachzudenken und danach zu handeln, als sich in gegenseitigen Beschimpfungen zu ergehen? 

Flüchtlinge und wir - meine große Sorge
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Wie sollen wir mit dieser Aufgabe umgehen?

Fiktive Rede des Leiters einer Flüchtlingserstaufnahme
KB151010 Fiktive Rede des Leiters einer
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So, dass musste erst einmal von meiner Seele herunter.

Nach meinem Arbeitsleben sind mir viele Gedanken zum Erlebten gekommen. Ich habe versucht, sie zu ordnen. Das ging bei mir nur schriftlich. Vieles ist eingeflossen in kleine und größere Geschichten, anderes in Artikel der nicht mehr bestehenden Internetzeitung "Artikel Eins". Einiges aus dieser Arbeit möchte ich ich hier vorstellen.

 

Zunächst dachte ich über das nach, was mir zuerst in meinem Leben als unbegreiflich, aber anziehend begegnete. Regelmäßig hatte ich als Kind zum Erntedank ein Brot als Opfergabe weit zu tragen, bergauf, bergab vom Stadtrand der Erzgebirgsstadt Annaberg zur berühmten Bergmannskirche "St. Annen" in der Stadtmitte. Warum? Meine Mutter erneuerte jedes Jahr diesen Auftrag, versuchte jedes Jahr die Frage zu beantworten. Die Kirche war reich und schön, prachtvoll gar. Braucht sie unser Brot, das uns damals in den ersten Jahren nach dem großen Krieg, anfangs noch wirklich fehlte? Mein Vater zweifelte schon. Wie kann ein allmächtiger, gütiger Gott solch einen Krieg zulassen? Doch kann es sein, dass er, mein Vater, nicht alles begreift, die Welt ist ja so groß. Doch er lernt und tut seinen Teil, dass ein solcher Krieg nicht wieder kommen möge. Nun gibt er Gott eine Chance. Man wird sehen.

 

In meinem Buch "Kriegskinder ..." schildert ein Kapitel, wie das in meiner Kinderzeit ausging. So recht nachdenken konnte ich erst viel später. Geblieben ist ein Aufsatz "Gott und die Welt".

Gott und die Welt
bei www.e-stories.de nachzulesen
11-06-06 Gott und die Welt 3 S.pdf
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Für meine Eltern war die Gründung der Deutschen Demokratischen Republik eine Reaktion auf den Krieg. Sie wollten die Welt "etwas besser" machen, betrachteten die DDR als "ihren" Staat, auch dann noch, als er sie enttäuschte. Sein Ende haben sie nicht mehr erlebt.

 

Es war das nächste Problem, dem sich mein Denken zuwandte. Was war das eigentlich, was ich erlebte, was letztlich auch mich enttäuscht hat?

Kritik des Selbstverständnisses der DDR
aus "Artikel Eins"
KB070614 Kritik des Selbstverständnisses
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Zurück zur Philosophie. Wie passt das alles in mein Weltbild?

Massenmedien sehen das freilich nicht so. Ich begann, hinter dem Text der Zeitungen zu lesen und selber nachzudenken ...

Ich bin im Osten geboren und aufgewachsen. Unwillkürlich kehrt mein Denken immer wieder auf einen Mann zurück ...

Karl May, Karl Marx und ich
Kurzgeschichte
14-10-09 Karl May, Karl Marx und ich.pdf
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Doch auch die neueste Entwicklung lässt mich nicht kalt.

Das soll erst mal genügen. Vielleicht kommt noch etwas dazu, vielleicht kommt einiges wieder heraus aus dieser Seite. Das Leben ist veränderlich - wie mein Denken.

 

Ich hoffe, lieber Leser, Sie hatten Freude beim gemeinsamen Suchen nach Erkenntnis.

Aktualisiert am 15.08.2019